Die letzten Einsätze

03.10.2022  Hilfeleistung  in Großschönau Mandau  Oilfilm auf Mandau
03.10.2022  Hilfeleistung  in Großschönau Mandau  Oilfilm auf Mandau
15.08.2022  Hilfeleistung  in Großschönau S 137 Ortsausgang Richtung Zittau  VKU PKW Überschlagen

Aus unserer Galerie


Feuer und Wasser Teil 2

Als nun die ersehnte Unterstützung in Form tschechischer Berufsfeuerwehreinheiten in Mezná eingetroffen war und Stück für Stück die erschöpften Kräfte heraus löste, konnten die deutschen Kräfte ihr Material wieder zusammenräumen. Unterstützt wurden wir dabei von unseren tschechischen Kameraden. In Vysoká Lípa kam es zu einer sehr herzlichen Geste. Die junge Besitzerin der Pension Zvoneček („Das Glöckchen“) lud alle Feuerwehrleute zu einem reichhaltigen Frühstück in ihre Pension ein. Als Dank für die Arbeit und Abwendung der Gefahr. Was zu diesem Zeitpunkt keiner ahnte, dass am selben Tag noch am Abend auch die Ortschaft Vysoká Lípa innerhalb einer halben Stunde vorsorglich evakuiert wurde. Nach der Stärkung wurden die restlichen Schläuche bei Jetřichovice noch verladen und das Einsatzgebiet mit Ziel Großschönau verlassen. Zuhause wurde alle Ausrüstung wie gewohnt sorgfältig nachbereitet. Geprägt von den Ereignissen stand allen die Frage ins Gesicht geschrieben, wann wir in die Sächsische Schweiz fahren. Das Feuer hatte sich unterdessen auch in diese Richtung verbreitet. Die Frage wurde bereits am Folgetag mit einem Marschbefehl für den Katastrophenzug Löschwasserversorgung beantwortet. Unser SW 2000 ist Teil dieses Zuges und wurde mit drei Kameraden nach Bad Schandau entsandt. Für 48 Stunden waren die Großschönauer Kameraden mit dem Betreiben eines Abschnitts, einer Langewegestrecke beauftragt. Ausruhen und Reinigen konnten sich die Einsatzkräfte in Pirna im Berufsschulzentrum, wo sie immer nach 48 Stunden von eigenen Kräften abgelöst wurden. Insgesamt waren eine Kameradin und acht Kameraden der Gemeindefeuerwehr

Großschönau mit dem SW 2000 eine Woche lang im Waldbrand im Einsatz. In der Sächsischen Schweiz waren neben der Brandbekämpfung viele spezielle Aufgaben zu meistern. Dort wo sonst gewandert und geklettert wird, wurden in unwegsamen Gelände mit Hitze von oben und unten bis zur Erschöpfung verbrannte und umgestürzte Bäume zersägt und gefällt. Pumpen immer wieder zu neuen Punkten per Hand getragen und gezogen. Mit Schaufel, Spaten und Hacken Gräben und Schneisen gezogen und nicht zuletzt die hunderte Meter Schlauch Richtung Prebischtor, entlang der Grenze von Hand verlegt. Wieviel Kilometer Schlauch letztendlich im Einsatz waren, kann wohl niemand genau sagen. Schätzungen zufolge 25 -40 km der verschiedenen Schlauchgrößen. Gewiss ist nur, dass die 2000 Meter Schlauch und Pumpe des SW 2000 bis heute noch nicht zurück in Großschönau sind. Der SW wurde mit dem zweiten Satz Schläuche wieder bestückt und wir bekamen freundlicher Weise eine Leihpumpe der FFW Oybin. Die Ironie des Ganzen ist wahrscheinlich nicht zu übertreffen, da wir 48 Stunden nach der Rückkehr aus Bad Schandau und 24 Stunden nach Erhalt der Ausrüstung, am 5. August gegen 10.40 Uhr nach Oybin zum Waldbrand am Ameisenberg gerufen wurden. Ein regelrechtes Déjà-vu. Schlauchleitungen, Tanklöschfahrzeuge und Hubschrauber. Gemeinsam mit allen Kameraden konnte dem Feuer jedoch noch rechtzeitig der Garaus gemacht werden. Vom Bereich Teufelsmühle aus der Luft und nicht zu vergessen die Riegelstellung am Robertfelsen, wo der Tatra in Stellung ging und vom SW mit einer Schlauchleitung versorgt wurde. Wie beide dahin kamen, bleibt wohl ein Geheimnis. Kein Geheimnis hingegen war, dass sich alle auf das Oberlausitzer Dreieck vorbereitet hatten und die Feuerwehren Jonsdorf, Berstdorf, Waltersdorf, Varnsdorf und Großschönau in bewährter Qualität dem MSC Oberlausitzer Dreieck die Rennveranstaltung absicherten. Die traditionelle Unterweisung an den Rennfahrzeugen am Freitag sowie die Einsatzbereitschaft an beiden Tagen, waren trotz bedingter Pause eingespielt. Souverän wurden die Einsätze abgearbeitet. Das Zusammenspiel zwischen DRK, Feuerwehr und Veranstalter war wieder Motivation für alle. Am 16.September hatte der Ministerpräsident Michael Kretschmer die Einsatzkräfte und Helfer auf die Festung Königstein geladen. Bei der Dankesveranstaltung ging es zünftig zu und so konnten die Helfer aus Großschönau und Waltersdorf sowie ganz Sachsen einen besonderen Abend auf der Festung als Dank genießen. Viel Zeit zum Ausruhen jedoch blieb nicht, denn das Rocktoberfest stand vor der Tür und die Vorbereitungen dafür sind nicht unerheblich. Der Traum einer „Altweiber Außenveranstaltung“ wurde durch die Wetterprognosen zunichtegemacht und so schwenkte man auf die bewährte Weise in der Fahrzeughalle um. Tatkräftig packten die Kameradinnen und Kameraden mit an und konnten so ein, wenn auch verregnetes, Herbst- und Rocktoberfest feiern. Die vielen treuen Besucher dankten es der Feuerwehr. Als Gäste konnten wir neben unserem Bürgermeister Frank Peuker, auch eine Abordnung der Stadt Hüfingen begrüßen und dessen Bürgermeister Michael Kollmeier. Aber auch unsere Varnsdorfer Kameraden waren dabei. Für unsere kleinen Besucher war das Basteln mit der Jugendfeuerwehr sicher eine tolle Erfahrung und so manches Kinderzimmer ist nun um ein Feuerwehrauto reicher. Der traditionelle Lampionumzug mit unserem Spielmannszug war ein Muss. Zuvor gab der Spielmannszug ein kurzes Hallenkonzert, bei dem sich jeder über die musikalische Qualität unserer Spielleute ein Klangbild machen konnte und auch der große Applaus zeigte, dass der Spielmannszug der Feuerwehr Großschönau zu recht zu den besten der Region gehört. Der rockige Abend mit „Royal“ und „Deep Purple Tribut“ hielt für Kenner und Fans alles bereit. Und so konnte ein toller Abend verbracht werden. Feste soll man feiern wie sie fallen und so konnten wir unserem Ehrenmitglied der Feuerwehr Eckhart Schumann freundlich zum 75. Geburtstag gratulieren und hoffen noch viele gemeinsame Momente mit ihm zu verbringen.

© Text Fabian Hälschke