Jetzt wird von den Meteorologen erst einmal der Polarwirbel bemüht, um über den weiteren Verlauf des Winters zu orakeln. An machtvollen Vokabeln zur Dramatisierung des Wettergeschehens fehlt es inzwischen auch nicht mehr. Also lauert die sibirische Kältepeitsche auf uns, und neuerdings werden der „Windchill-Effekt“ und „gefühlte Temperaturen“ bemüht, um uns klarzumachen, was die Glocke geschlagen hat. Über diesen netten Spaß hatte ich mich schon vor etwas mehr als 30 Jahren bei einem Aufenthalt im wirklich kalten, winterlichen New York gewundert. Als wenn wir nicht alle von Kindesbeinen an wüssten, dass es bei Frost und Wind besonders ungemütlich ist.
Aber egal, für unsere Feuerwehr ist Frost nicht unbedingt der ideale Begleiter für Einsätze. Und da sehen wir doch im Sinne der alten und durchaus bewährten Bauernregel für den 2. Februar den Dingen entgegen: „Ist’s zu Lichtmess mild und rein, wird’s ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“ Bisher sieht es eher nach einem Mittelding zwischen beiden Optionen aus.
Die Großschönauer Wehr hatte sich am 5. Januar zu einem kleinen Neujahrsempfang getroffen, um bei etwas Speis´ und Trank den neuen Dingen entgegen zu sehen. OWL Fabian Hälschke gab einen kleinen Ausblick auf die kommende Zeit und dankte für die gute Zusammenarbeit im letzten Jahr. Insbesondere geht es zunächst um die Vorbereitung der Ortswehrversammlung am 6. Februar. Das ist nicht wenig Arbeit, weil die Ortswehrleitung Rechenschaft über die Arbeit des vergangenen Jahres ablegen muss, um entlastet zu werden. Auch die Ortswehr Waltersdorf wird dies demnächst ebenso absolvieren. Am 27. Februar werden dann alle Wehrleitungen neu gewählt.
Am Freitag, dem 27. Januar vollzog die OW Großschönau eine operativ-taktische Schulung (OTS) im Objekt „Hutberg“. Nach der verheerenden Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana lag natürlich der Keller mit all seinen Rettungswegen im Focus. Aber auch die Anfahrt zum Objekt Hutberg sowie Stellflächen und Fluchtwege waren ein wichtiges Thema. In der gesonderten Belehrung durch den OWL wurde nochmals der notwendige Ablauf besprochen, von vorbeugenden Maßnahmen über die Alarmierung bis hin zur Evakuierung und der Parkordnung. Auf dem Berg selbst hat der GFC ein gut funktionierendes System. Schön zu wissen ist aber auch, dass der GFC als „Bürgermeister-Aufgabe“ vom Faschingsauftakt am 11.11. das Weber Schiffchen-Rennen unterstützt und bei seinen Veranstaltungen Tickets für die begehrten Schiffchen verkauft.
Am Freitagabend, dem 30. Januar benötigte der Rettungsdienst Unterstützung. Ein älterer Mann war in seiner Wohnung gestürzt und hatte sich einen erheblichen Bruch am Oberschenkel zugezogen, die Schwierigkeit lag darin, dass er im Obergeschoss des Hauses lag und das schmale Treppenhaus eine halb gewendelte Treppe über die beiden Etagen hatte. Damit war ein normaler Transport nicht möglich. Um zusätzliche Schmerzen wegen des Bruchs zu vermeiden, war eine Veränderung der liegenden Position des Patienten nicht möglich. Nach einer kurzen Abstimmung zwischen FFW und Rettungsdienst wurde ihm eine sogenannte Schaufeltrage (symbolisches Bild anbei) untergeschoben, auf der er zusätzlich fixiert wurde. Die Rettung konnte beginnen. Insgesamt 9 Leute von FFW, DRK und Familie waren im engen Treppenhaus versammelt und brachten den Patienten nach unten, ohne die Trage zu verkanten. Das war eine hervorragende Leistung, bei der alle umsichtig vor allem aber miteinander arbeiteten. Zu hoffen ist, dass die Genesung genau wie die Rettung schnell und reibungslos eintritt.
Die Kameraden der Gemeindefeuerwehr wünschen Ihnen allen einen schönen Rest-Winter und einen guten Start in den Frühling, auf den wir uns alle bereits freuen.
© Text Christian Müller (CM)